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HANDWERK-FILMPORTRÄT
MALERMEISTER HAUKE EDER

HANDWERK & IDENTITÄT

Für Malermeister Hauke Eder aus dem Eichsfelder Raum durften wir ein dokumentarisches Filmprojekt realisieren, das weit über den klassischen "Imagefilm" hinausgeht. Wir wollten uns visuell auseinandersetzen mit moderner Handwerkskunst, ökologischen Baustoffen und der Philosophie eines Unternehmers, der Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als Fundament seiner Arbeit versteht.

Der Kontrast: Handwerk statt Industrie

Unsere Arbeit führt uns oft in große Produktionshallen und komplexe Industrieanlagen. Dort diktieren meist riesige Dimensionen, hohe Taktungen und laute Maschinen den Rhythmus unserer Bilder. Die Herausforderung liegt oft darin, Dynamik und Geschwindigkeit einzufangen.

Doch wenn wir uns vom Industriesektor ins Handwerk bewegen, ändern sich die Spielregeln. Während es im Industriesektor um Tonnagen und Prozessketten geht, zählt im Handwerk der Millimeter, die Haptik und der persönliche Fingerabdruck. Bei Malermeister Hauke Eder standen nicht Geschwindigkeit und Masse im Vordergrund, sondern Individualität, Haptik und Substanz. Um diese Werte glaubwürdig zu transportieren, haben wir ein visuelles Konzept entwickelt, das sich bewusst von der Dynamik industrieller Produktionen abhebt.

Das Konzept: Substanz statt Inszenierung

Eine zentrale Entscheidung des Konzepts war der Verzicht auf klassische "Talking-Head"-Interviews im Bild. Stattdessen nutzen wir die Stimme von Hauke Eder als Voiceover. Der Effekt ist psychologisch wichtig: Der Zuschauer sieht die arbeitenden Hände und hört gleichzeitig die Gedanken des Handwerkers. Er verknüpft die Stimme sofort intuitiv mit der Person, die er arbeiten sieht. Dadurch entsteht eine unmittelbare Nahbarkeit und Intimität. Hauke Eder spricht nicht über seine Arbeit, während er am Schreibtisch sitzt, sondern wir erleben seine Haltung während der Ausführung. Dies verhindert jede Form der gekünstelten Selbstdarstellung und schafft Vertrauen im Subtext.

Da Hauke Eder mit ökologischen Baustoffen wie Lehm, Kalk und Naturfarben arbeitet, wollten wir diese Materialität übersetzen. Wir setzten gezielt auf detaillierte Aufnahmen, um Strukturen und Oberflächen plastisch hervorzuheben. Slow-Motion haben wir genutzt, um die Sorgfalt und Präzision der Handgriffe zu betonen. 

Der Nebeneffekt: Recruiting ohne Klischees

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Qualität und Individualität zunehmend an Bedeutung gewinnen, richtet sich dieser Film an Menschen, die genau diese Werte in ihrem Lebens- oder Arbeitsumfeld verwirklicht sehen möchten. Die Zielgruppen teilen das Bedürfnis nach Verlässlichkeit, handwerklicher Integrität und einem ökologisch wie ästhetisch stimmigen Ergebnis. Obwohl der Film primär konzipiert wurde, um Haukes Arbeit für Kunden und den öffentlichen Raum sichtbar zu machen, erfüllt er schlussendlich eine kalkulierte Doppelfunktion: Er spricht Premium-Kunden an, fungiert aber gleichzeitig als hocheffektives Recruiting-Instrument – und zwar jenseits der üblichen Klischees. Klassische Filme zur Mitarbeiter*innengewinnung werben oft lautstark mit Benefits, Obstkörben oder inszeniertem Team-Spaß. Das wollten wir auf gar keinen Fall haben. Das Recruiting passiert hier also nicht durch laute Werbeversprechen, sondern als subtiler "Beifang" der Authentizität. Er spricht genau jene Handwerker*innen an, denen Berufsstolz, fachliches Know-How und der Anspruch nach kreativem Schaffen am Herzen liegt und die einen Arbeitgeber suchen, der diese Haltung teilt. So wird Employer Branding nicht zur leeren Hülle, sondern zum Beweis gelebter Unternehmenskultur.

Heute vermittelt dieses Handwerk-Porträt, dass hochwertige Ergebnisse nur durch intensive, achtsame und professionelle Arbeit entstehen, getragen von einem klaren Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Die Umsetzung folgte strikt unserem Leitbild: "Modern. Natürlich. Handwerk.". Wir haben nichts dem Zufall überlassen, sondern eine Bildsprache gewählt, die die Kernbotschaft von Hauke – Substanz und Verantwortung – in jeder Sekunde widerspiegelt.

Konzept-Visualisierung des dokumentarischen Filmporträts für das Handwerk und Malermeister Hauke Eder: Projektmappe mit Storyboards zu den Bereichen Logistik, Produktion und Bahnhof
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